Heiße Rolle

Eine alte, längst vergessene Methode der Schmerzbekämpfung wurde jetzt wieder neu entdeckt. Sie wirkt oft dort, wo andere Behandlungen versagten.
Heiße Rolle heißt die neue-alte-Therapie, mit der Verspannungen und Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich endlich beseitigt werden sollten.

 


Zwei dünne Leinenhandtücher werden hintereinander
so gewickelt, dass sich eine spiralförmige Spitze
herausschiebt, während sich an der Gegenseite ein
Trichter bildet.

Zwei weitere Tücher werden zylindrisch straff um das Ganze herumgewickelt.

Jetzt werden zwei Liter kochend heißes Wasser in
die Mitte des Trichters gegossen, so dass sich die
Tücher von innen nach außen restlos vollsaugen.
Dann wird die Rolle in ein fünftes Tuch eingeschlagen.


 

 

 

 

 

 

 

 

Behandlung:

Zuerst betupft der Therapeut die verspannte Muskulatur vorsichtig mit der Rolle, damit der Patient sich an die Hitze gewöhnt. Nach und nach bleibt die Rolle immer länger auf der Haut liegen, wobei
der Therapeut langsame, tupfende Rollbewegungen ausführt, hierbei kommt es durch die Wärme und den Druck der Anwendung zu einer deutlichen Mehrdurchblutung an den bearbeiteten Körperstellen. Durch die gut wählbare Intensität der Anwendung ist eine sehr geringe Kreislaufbelastung und dennoch eine hohe Wirksamkeit erreichbar.
Während der Behandlung wird zuerst das sich allmählich abkühlende äußere Tuch
entfernt. Immer wenn die Wärme nachlässt, wird das weitere Tuch abgerollt. Bereits das Durchwärmen und die dadurch stark verbesserte Durchblutung der schmerzenden Körperteile empfindet der Patient als sehr wohltuend.
Die anschließende Muskelmassage tut ihr übriges der Patient fühlt sich bedeutend besser. Er spürt ein angenehmes Brennen in der Hals-Schulter-Partie, dass etwa zwei Stunden lang anhalten kann.


Geschichte:

Die "Heiße Rolle" ist eine Heilmethode aus der Zeit des zweiten Weltkrieges, mit welcher der Stuttgarter Arzt Dr. Memmerle den Man-gel an Medikamenten ausgleichen wollte. Sie wurde um Dr. Hugo A. Baar, Facharzt für Anästhesiologie und Erster Vorsitzender der deutschen Schmerzhilfe Hamburg e.V., neu entdeckt und in der Mainzer Schmerklinik erstmals wieder erfolgreich angewendet.
Dr. Hede Teirich-Leube griff diese Form der Wärmebehandlung wieder auf und entwickelten sie weiter.


Bei welchen Schmerzen und Krankheiten hilft die "Heiße Rolle"?

Vor allem hat sie sich hei chronischen und funktionellen Beschwerden des Leber-Gallen-Svstems (Leberrolle) bewährt. Ferner bei chronischer Verstopfung, Kreuzschmerzen, dem Schulter- Arm- und Halswirbelsäulensyndrom, bei Störungen des vegetativen Nervensystems, chronischen Kopfschmerzen und zur Förderung der arteriellen Durchblutung.
Nicht angewendet werden darf sie dagegen bei akuten fieberhaften Erkrankungen, akuten Entzündungen, asth-matischen Beschwerden sowie nach Kopf- und Hirnver-letzungen. Die Erfolge mit der "Heißen Rolle" zeigen, wie segensreich es sein kann, alte, aber bewährte Heilmethoden wieder einzusetzen.

Praxis:

Ich nutze die Hitze der Rolle zur Behandlung von Ansatzreizen (mechanische Entzündungen im Übergangsbereich Muskel-Sehne-Knochen) und auf Grund von mechanischer Überlastung entstandener lokaler Ödeme (Schwellungen). Hierbei regt die Hitze über einen Reflexbogen den Lymphabfluss an, Ödem und entstandene Entzündungsstoffe werden abtransportiert, wodurch Schmerzen weniger werden und Bewegungen wieder besser ausgeführt werden können.


Definition laut Heilmittelrichtlinien:
Abrechnungsziffer X1530 "Heiße Rolle":
Behandlung durch mit heißem Wasser getränkten aufgerollten Tüchern mit starker Wärmeintensität und der Möglichkeit gleichzeitiger mechanischer Beeinflussung der Haut.

 

Therapeutische Wirkung:
Arterielle Hyperämie, Stoffwechselsteigerung, dadurch auch entzündungshemmend.
Muskeldetonisierung.
Verbesserung der Dehnfähigkeit von bindegewebigen Strukturen.
Reflektorische Reaktionen auf innere Organe.
Schmerzdämpfung.
Vegetativ/psychische Entspannung bei großflächiger Wärmeapplikation

Indikationen:
In Kombination mit anderen physikalischen Maßnahmen zur Wirkungssteigerung (mit Krankengymnastik, manueller Therapie, Übungsbehandlung, Chirogymnastik, Massagetherapie oder Traktionsbehandlung).
Schmerzen im Bereich des Bewegungssystems, bei Akzeptanz von Wärme.
Muskelverspannungen
Schmerzen im Bereich innerer Organe, bei Akzeptanz von Wärme.

Therapieziel:
Schmerzdämpfung.
Muskeldetonisierung und verbesserte Dehnfähigkeit bindegewebiger Strukturen.
Verbesserung der Durchblutung.

Leistung:
Anlegen der Heißen Rolle unter Beachtung der Wärmeempfindlichkeit des Patienten.

Regelbehandlungszeit:
Richtwert: 10 bis 15 Minuten

 

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